Supergirl – In Supermans face

Titel: Supergirl

Regie: Craig Gillespie

Besetzung: Milly Alcock (Stunts: Mickey Facchinello), Eve Ridley, Jason Momoa, Matthias Schönarts

Kinostart: 25.06.2026

Trailer: https://youtu.be/toDKuGAcVaU?si=lHBunazWugDUvFUh

Mit Supergirl kann man mal sehen, was möglich gewesen wäre, wenn Superman schon früher so dreckig geworden wäre. Ein Meer voller Eindrücke und eine ehrliche Tiefe der Charaktere. Leider taucht aber Superman auch im Supergirl-Film auf und macht klar, dass das Superman-Universum nach vor ein schönes Abziehbild bleiben wird. Das ist ja auch kein Problem, denn das Supergirl-Universum ist viel viel spannender. Somit kann sich Superman schon mal von der Bühne verabschieden und das Rampenlicht für weitere Auftritte von Supergirl frei machen.

Es ist so entspannend einen Film zu sehen, der sich nicht um Männer dreht. Die beiden weiblichen Hauptfiguren, Supergirl – Kara Zor-El (Milly Alcock ) und Ruthye (Eve Ridley), beherrschen diesen Film absolut. Von Anfang an macht es Freude ihnen bei ihrem Leben und ihren Entwicklungen zuzusehen. Dabei sind sie nie platt und stehen für sich und die anderen ein. Die Männer in diesem Film sind dabei nur oberflächliche Staffage, die versuchen mitzuhalten. Das soll aber nicht abwertend klingen, denn Matthias Schönarts spielt den Super-Bösewicht Krem mit so einer hingebungsvollen Freude am Bösen, dass man fast selbst Lust bekommt auf eine Schurken-Karriere.

Die Szenen in Supergirl können dabei mit den bekannten dreckigen Science Fiction Filmen mithalten. Die unterschiedlichen Rassen in den übelsten Weltraum-Spelunken übertreffen sogar noch die Mos-Eisley-Cantina aus STAR WARS. Die Raumschiffe wären auch für die „Guardians of the Galaxy“ eine Freude und die Atmosphäre entspricht oft dem Cyberpunk 2077 Game. Eine herrliche Welt für wahre Science Fiction Fans.

Bei den Schauspielern im ganzen Film weiß man auch gar nicht wo man anfangen soll mit dem Lob. Sie verkörpern so sehr Ihre Figuren, dass man sie sich wohl nur noch schwer in anderen Rollen vorstellen kann, obwohl man sie bereits in vielen anderen Rollen gesehen hat. Milly Alcock als Supergirl gibt die versoffene Superheldin mit so einer Energie, dass man nur zu gerne Abende mit ihr durchfeiern würde. Das würde man mit Jason Mamoa als der Kopfgeldjäger Lobo wohl besser nicht machen, weil man das mit 100% nicht überleben würde. Aber seine Wucht ist aus der Ferne schon bewundernd anzusehen.

Somit ab ins Kino und auf der Überholspur feiern. Der ganze Spaß wird nur durch die lahmen kurzen Auftritte von Superman gebremst. Aber damit sieht man umso besser wie cool dieser Film ist. Nur eine Chance wurde in Supergirl vertan: Der Sound. Dieser ist fantastisch ausgewählt, bleibt aber in großen Teilen im Hintergrund. Wenn man den Sound als eigenes Stilmittel noch mehr eingearbeitet hätte, dann wäre der Kult-Status wohl noch größer gewesen. Aber man muss ja noch was zu meckern haben, oder?

Ein Film für Sounddesigner*innen

Titel: The Piano Tuner

Regie: Daniel Roher

Besetzung: Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu, Jean Reno

Kinostart: 02.07.2026

Trailer: https://youtu.be/q7lYuJzeigI?si=g27RpQhHikUdrnnf

Der Film „The Piano Tuner“ ist auf den ersten Blick eine Mischung aus unterschiedlichen Filmen. „Baby Driver“, „The Piano“, „Das Konzert“ um nur einige zu nennen. Er macht aber aus all diesen Genres die ideale Melage und erschafft einen neuen Film mit leisen und dann wieder überraschend lauten Tönen. Es empfiehlt sich besonderen Augenmerk auf das Sounddesign des Films zu legen und ab und zu mal die Augen zu schließen um hier noch tiefer einzutauchen.

Der Klavierstimmer Niki hat nämlich das absolute Gehör und ist ein Geheimtipp unter den Musik-Virtuosen in New York. Aber das war nicht immer so, denn Niki war früher selbst ein Klavier-Genie. Dann ereilte ihn aber die Krankheit Hyperakusis – einer Störung des Hörsinns, mit der selbst alltägliche Geräusche als schmerzhaft laut wahrgenommen werden. Das war das Ende seiner Musikerkarriere und der Anfang seines neuen Berufs als Klavierstimmer. Die Tragik dahinter kann man nur ahnen.

Was geschieht mit einem begnadeten Musiker, der sich durch die Musik definiert und von einem Tag auf den anderen dies nicht mehr ausführen kann. Was ist er noch? Wie definiert er sich? Was ist sein Lebensinhalt? Dies sind die Eckpfosten der Erzählung und auf dieses Spielfeld treten die weiteren Protagonisten: Sein Chef, der erfahrene Klavierstimmer Harry Horowitz (Dustin Hoffmann), seine neue Freundin, die Kompositionsstudentin Ruthie (Havana Rose Liu) und nicht zuletzt der Sicherheitsprofi Uri (Lior Raz). Uri erkennt schnell, dass sich Nikis sensible Hörfähigkeit nicht nur zum Stimmen von Instrumenten, sondern auch zum Knacken von Tresoren eignet und er macht ihm ein verlockendes Angebot.

So nimmt der Film Fahrt auf und erhöht wie bei „Baby Driver“ ständig den Takt der Geschehnisse. Besonders das großartige Ende führt dazu, dass man den Film selbst als Kunstwerk begreift. THE PIANO TUNER wurde als Film konzipiert, der die sinnliche Dimension von Kino voll
ausreizt – nicht nur visuell, sondern als zutiefst auditive Erfahrung, in der Klang für die Erzählung ebenso entscheidend ist wie das Bild. Der Sound ist somit ein integraler Bestandteil der emotionalen und psychologischen Textur der Geschichte. Ko-Autor und Regisseur Daniel Roher erklärt: »Ich habe diesen Film für den Klang entworfen. Es ist ein Film für Sounddesigner*innen. Ich möchte, dass er immersiv wirkt. Das Sounddesign soll uns in die subjektive Wahrnehmung von Niki White versetzen und hören lassen, was er hört.« Somit sei empfohlen THE PIANO TUNER mit allen Sinnen zu genießen und besonders auf die leisen Töne zu achten.

Robin Hood – Die Gefahr von Geschichten

Titel: The Death of Robin Hood

Regie: Michael Sarnoski

Besetzung: Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgård, Faith Delaney

Kinostart: 18.06.2026

Trailer: https://youtu.be/vcfOZhYvwKg?si=KH14VSe3y_aUYaex

Endlich wird diese Geschichte zu Ende erzählt und somit in ein neues Licht gerückt. Die Sagen um Robin Hood zeigen den Geächteten immer sehr positiv und seine Morde werden im Auftrag des Guten vollbracht. Aber war das wirklich die Realität im brutalen Mittelalter? Der Film „The Death of Robin Hood“ erzählt von der Kraft, von der Gewalt und auch von der Gefahr von Geschichten. Für viele ist dieser Film vermutlich belanglos, aber für etliche, die hinter die Fassade blicken wollen, ist er eine Offenbarung.

Robin Hood ist alt und wird immer wieder von seiner Vergangenheit heimgesucht. Schier zahllos sind diejenigen, welche sich an ihm rächen wollen. Für Ihren Vater, ihre Kinder, ihre Ehegatten, ihre Freunde und noch vieles mehr. Eines haben alle Erzählungen um Robin Hood nämlich gemeinsam: Er hat viele Menschen getötet. Diese hatten Menschen die sie liebten oder verehrten und wollen nun den Mörder Robin Hood töten. Robin ist aber ein erfahrener Kämpfer und kann nur schwer besiegt werden. So wartet er immer noch auf seinen Tod.

Von Hugh Jackman mit eindringlicher Intensität und einer emotionalen Vielschichtigkeit dargestellt, erscheint Robin zunächst wie ein verwittertes Monster, dessen Leben und Erfahrungen von Gewaltzyklen und einem puren wie brutalen Überlebenskampf geprägt wurden. „Wir haben dieses gewisse Bild von Robin Hood im Kopf, wie er mit seinen Gefährten ausgelassen durch die Wälder tanzt. Doch die damalige Wirklichkeit war eine andere: Bauern erschlugen einander mit Schaufeln“, erklärt der Regisseur Sarnoski. „Also habe ich mich gefragt, wie wohl eine Robin-Hood-Version aussehen müsste, welche die raue Lebensrealität des 13. Jahrhunderts unverfälscht widerspiegelt.“

Nach seinem vermeintlich letzten Abenteuer wird Robin schwer verletzt in ein Kloster auf einer versteckten Insel in England gebracht. Hier kümmert sich eine Schwester namens Brigid um ihn, die von seiner dunklen Vergangenheit nichts ahnt. Losgelöst von seinem früheren Leben sinnlosen Terrors, stellt sich der gebrochene Krieger seinen Sünden und erkennt, wer er eigentlich ist – jenseits der verfälschenden Lieder und Geschichten, die ihn zur Legende gemacht haben. Während Brigid seine Wunden versorgt und ihm neue Perspektiven auf die Welt eröffnet, beginnt Robin allmählich, sich auch um die Menschen um ihn herum zu kümmern.

Brigid ist die Schlüsselfigur in diesem Film. Zu Beginn dreht sich alles um Robin Hood, aber je länger er auf der Insel ist, desto mehr rückt Brigid in den Mittelpunkt. Ihre Güte, Klarheit und Ehrlichkeit wirkt wie eine heilende Medizin auf die Menschen, die im Kloster Zuflucht gesucht haben. Sie hat eine Atmosphäre der Menschlichkeit und Zartheit geschaffen die eng mit der Natur verbunden ist. Diejenigen die hier geblieben sind wissen um diesen wertvollen Ort und versuchen ihn zu nähren und zu bewahren. Das bezaubert und bringt dann den Film „The Death of Robin Hood“ zu einem würdigen Ende.

Wünsche können schrecklich sein

Titel: OBSESSION – Du sollst mich lieben

Regie: Curry Barker

Besetzung: Michael Johnston, Inde Navarrette, Megan Lawless, Cooper Tomlinson, Andy Richter

Kinostart: 25.06.2026

Trailer: https://youtu.be/Lfq5fpbgDSc?si=m0ZUATLiKTz2fg7i

OBSESSION ist ein intelligenter Horrorfilm. Die Story ist einfach, aber voller Überraschungen. Die Schockmomente sind hierbei gering und es sind vor allem die schleichenden Veränderungen, überraschenden Taten und ungeahnten Konsequenzen welche einen Horror der intelligenten Art hervorrufen.

OBS_FP_00015 The One Wish Willow box from the film OBSESSION, a Focus Features release. Credit: Courtesy of Focus Features / © 2026 FOCUS FEATURES LLC

In „OBSESSION – Du sollst mich lieben“ nutzt der hoffnungslose Romantiker Bear (Michael Johnston) ein „One-Wish-Willow”, um seinen Crush für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt
Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern. Die Gefühle von Nikki (Inde Navarrette) geraten nämlich schon bald aus den Bahnen und steigern sich zur Obsession. Ab da endet die Romantik und es beginnt unheimlich spannend zu werden.

OBS_FP_00039_R Inde Navarrette stars as Nikki and Michael Johnston as Bear in OBSESSION, a Focus Features release. Credit: Courtesy of Focus Features / © 2026 FOCUS FEATURES LLC

Der Regisseur und Drehbuchautor Curry Barker beschreibt seinen Film so: „Mit Bear wollte ich einen Protagonisten schaffen, der nicht einfach nur ein netter Kerl ist. Er hat seine Fehler, ist ein Charakter mit vielen Facetten und fähig, sowohl verletzlich zu sein als auch grausam zu handeln. Ich wollte dem Publikum nicht vorschreiben, wie es sich fühlen soll. Ich wollte auch nicht darauf aufmerksam machen, was richtig oder falsch ist. Stattdessen ging es mir darum, die Geschichte ehrlich darzustellen und das Publikum selbst darüber nachdenken zu lassen.
Ich möchte, dass die Leute das Kino verlassen und noch darüber reden – oder noch besser darüber diskutieren –, wie sie sich gefühlt haben, was sie anders gemacht hätten und ob das, was sie gesehen haben, nun Liebe oder Besessenheit war.“

Durch das sehr gute und wiederum überraschende Ende werden die Gedanken des Publikums noch befeuert und man darf sich schon auf die Diskussionen freuen, die man nach diesem Film führen wird. „OBSESSION – Du sollst mich lieben“ ist ein Film, der durchaus auch für Neulingen des Horror-Genres geeignet ist, da er mehr ist als ein klassischer Horrorfilm.

Typisch Spielberg

Titel: DISCLOSURE DAY – Der Tag der Wahrheit

Regie: Steven Spielberg

Besetzung: Josh O’Conner, Eve Hewson, Colman Domingo, Emily Blunt, Colin Firth

Kinostart: 10.06.2026

Trailer: https://youtu.be/rsv98lQQpSM?si=dS6a1BYnLcMzSrgJ

„DISCLOSURE DAY – Der Tag der Wahrheit“ ist ein typischer Steven Spielberg Film mit all seinen Vor- und Nachteilen. Spannend, leicht verdaulich und es gibt sehr viele Momente in welchen Menschen überrascht und staunend in eine Richtung starren. Dazu einige Actionszenen, welche nicht unbedingt notwendig wären und das Ende ist vorauszusehen. Somit ist die Frage eigentlich nur: Ist man in DISCLOSURE DAY gut unterhalten?

Josh O’Connor is Dr. Daniel Kellner and Eve Hewson is Jane Blankenship in DISCLOSURE DAY, directed by Steven Spielberg.

Die Science-Fiction-Elemente in „DISCLOSURE DAY – Der Tag der Wahrheit“ sind von realen Überlieferungen zu UAP-Phänomenen und geheimen Regierungsprogrammen inspiriert: etwa vom Roswell-Vorfall, von Kornkreisen, wiedergewonnenen Erinnerungen an Begegnungen mit Außerirdischen, CIA-Forschungsarbeiten zum Thema „Remote Viewing“ (übersinnliche Fernwahrnehmung), von militärischen Experimenten mit geborgener außerirdischer Technologie und vielem mehr. „Der Film spielt mit dem, was die Leute bereits wissen. Denn die Grundidee ist, dass mächtige Kräfte die Wahrheit vertuschen und die Menschen davon überzeugen wollen, dass das, was sie über die Jahre gehört haben, gar nicht stimmt“, erklärt der Drehbuchautor Koepp. „Deshalb war es Steven wichtig, nicht zu sehr von den Geschichten abzuweichen, die wir kennen. Dennoch wollten wir auch unsere eigene Fantasie einbringen. Deshalb haben wir viele originelle Ideen, die auf gängige Klischees Bezug nehmen.“

Josh O’Connor is Dr. Daniel Kellner in DISCLOSURE DAY, directed by Steven Spielberg.

Diese ganze Intension hätte man aber auch gut in weniger als 145 Minuten untergebracht und so die Geschichte sinnvoll verdichtet. Um diese lange Spielzeit zu befüllen wurden auch viele Charaktere eingeführt, welche aber weitestgehend blass bleiben. Somit zieht sich „DISCLOSURE DAY – Der Tag Der Wahrheit“ und man hofft inständig, dass die Aliens endlich erscheinen damit man nach Hause gehen kann. Somit wohl eher was für zu Hause mit Second Screening.

L to R: Colman Domingo is Hugo Wakefield, Tommy Martinez is Santiago, Emily Blunt is Margaret Fairchild, and Josh O’Connor is Dr. Daniel Kellner in DISCLOSURE DAY, directed by Steven Spielberg.