Dog Man – Fantastisch schräg

Regie: Peter Hastings

Buch: Dav Pilkey

Stimmen (Original): Pete Davidson, Lil Rel Howery, Isla Fischer, Lukas Hopkins Calderong, Ricky Gervais

Kinostart: 10.04.2025

Trailer (Deutsch): DOG MAN: Wau gegen Miau Trailer German Deutsch (2025) – YouTube

Trailer (Original): (201) DOG MAN | Official Trailer – YouTube

Dog Man (Peter Hastings) in DreamWorks Animation’s Dog Man, directed by Peter Hastings.

Es ist so traurig, dass die Dog Man Bücher von Dav Pilkey in Deutschland sehr unbekannt sind. Auch der deutsche Titel „DOG MAN: WAU GEGEN MIAU“ weckt eher den Eindruck, dass es sich hier um einen Kinderfilm handelt. Deshalb wird DOG MAN vermutlich in Deutschland ein Insider-Tipp bleiben. Denn hier sind Personen am Werk, die Storytelling im Blut haben. Das cineastische und skurrile Interesse und Wissen ist hier in jeder Einstellung spürbar.

Petey (Pete Davidson) in DreamWorks Animation’s Dog Man, directed by Peter Hastings.

Im Film kann man es stellenweise kaum fassen wie herrlich schräg und radikal die Charaktere agieren und ich welche Verstrickungen uns die geniale Story führt. Zugegeben, die Dialoge verlieren etwas bei der Übersetzung, sind aber immer noch auf den Punkt gebracht. Es ist aber auch schwer in der Übersetzung gegen solche Comedy-Ikonen wie Ricky Gervais zu bestehen.

Pete Davidson voices Petey in DreamWorks Animation’s Dog Man, directed by Peter Hastings.

Besonders schön ist, wie konsequent DOG MAN glückliche Wendungen oder Andeutungen von Happy Ends systematisch explodieren lässt. Das ist so erfrischend, dass man sich wünscht es könnte immer so sein. So können nämlich ganz andere Dinge als platte Klischees passieren und das schafft neue Möglichkeiten.

(from left) Dog Man (Peter Hastings), Doctor (Rahnuma Panthaky), Nurse (Maggie Wheeler) and Officer Knight (Peter Hastings) in DreamWorks Animation’s Dog Man, directed by Peter Hastings.

Als Fazit kann man sagen, dass man sich DOG MAN: WAU GEGEN MIAU genauso gut mit Kindern wie mit den schrägen Kumpels ansehen kann. Die Kinder werden die Anarchie lieben und die Freunde die schrägen Witze. Somit ein Film für die ganze Peer-Group.

(from left) Petey (Pete Davidson) and Dog Man (Peter Hastings) in DreamWorks Animation’s Dog Man, directed by Peter Hastings.

Die Akademie – Kunst und Schmerz

Regie: Camilla Guttner

Besetzung: Maja Bons, Luise Aschenbrenner, Jean-Marc Barr, Andreas Lust

Kinostart: 20.03.2025

Special Screening mit Regisseurin Camilla Guttner sowie Schauspielerin Isolde Barth in München: 20.03.2025 (Rio Filmpalast)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YXWrGnLdt2Q

Um den Film „Die Akademie“ zu verstehen, ist es essentiell die DIRECTOR’S NOTE von Camilla Guttner als Präambel zu setzen:

DIE AKADEMIE trägt autobiographische Züge. Ich habe fünf Jahre lang an der Kunstakademie in München bei Sean Scully Malerei studiert. Eine Zeit, die mich als Mensch, als Künstlerin und als Filmemacherin stark beeinflusst hat. Die Kunstakademie ist ein Ort, wo jede Klasse eine eigene Insel ist, wie eine Glaubensgemeinschaft. Ich selbst habe dort die schönsten und erhellendsten, aber auch die schrecklichsten und abenteuerlichsten Tage erlebt. Im Umfeld der AKADEMIE sind mir die
unterschiedlichsten Menschen begegnet, von denen auch viele als fiktionalisierte Charaktere im Film auftauchen. Im echten Leben wie im Film müssen sie sich, mal gemeinsam als eingeschworene Familie,
mal jeder für sich, gegen die Widrigkeiten der Kunstkademie, den Verwerfungen des Kunstmarktes und den Konsequenzen ihrer kompromisslosen Lebensentwürfe behaupten. Immer wieder stehen sie
vor der Frage, wie weit sie für ihren Traum als Künstler gehen werden. Immer wieder geraten sie in das Spannungsfeld zwischen Solidarität und Egomanie, Liebe und Hass, Anerkennung und Ablehnung, Freude und Schmerz, Neid und Eifersucht, Erfolg und Scheitern. Und doch spiegeln diese Künstler die Träume, Ängste, Wünsche und Sehnsüchte von uns allen wider.

Diese Directors Note ist auch die Basis des Films. So wirkt der Film sehr persönlich und direkt. Er wirkt auf den Zuschauenden wie eine wahre Erzählung und erklärt auch die teils sehr extremen Szenen, welche nur das wahre Leben schreiben kann. Das hat Kraft und wirkt. Mit der Zeit sucht man aber nach der Geschichte im Film. Nach dem roten Faden. Aber den gibt es vermutlich im wahren Künstlerleben nicht. Als KünstlerIn ist man immer getrieben von äußeren und inneren Einflüssen und so ist auch der Film „Die Akademie“ rastlos.

Immer wieder pendelt die Protagonistin zwischen Leid und Freude. Das zermürbt, fesselt und motiviert zugleich. Ständige extreme Poole sind hier Realität und so ist man am Ende atemlos und kann die versöhnlichen Worte nur noch entfernt wahrnehmen. Das ist Kunst und das hat immer auch mit Schmerz zu tun. Diese Reise in eine andere Welt ist empfehlenswert für alle Kunstinteressierten.

OLD GUY – Christoph Waltz Privat

Regie: Simon West

Besetzung: Christoph Waltz, Lucy Liu, Cooper Hoffman

DVD-Erscheinungsdatum: 14.03.2025

Endlich wieder ein Film mit Christoph Waltz. Über ein Jahr mussten wir warten und so sitzen wir gespannt in unseren Sesseln. Noch dazu hat er Lucy Liu und Cooper Hoffmann an seiner Seite, die ja auch keine Unbekannten sind. Das ganze Setting und der Trailer sehen nach einem packenden Actionfilm aus und wir haben das Popcorn bereit. Aber dann kommt alles ganz anders.

Stück um Stück wandelt sich der Actionfilm ins Private. Wir erleben den alternden Killer, der plötzlich entdeckt, dass es neben dem Töten auch noch das Leben gibt. Ähnlich unerwartete Entwicklungen macht auch die smarte Nachtclub-Betreiberin und der hochgelobte Jung-Killer. Was am Anfang noch staksig und pubertär daherkommt wird mit immer härteren Aufgaben und Misserfolgen leiser und persönlicher.

„Old Guy“ wird, wie im Film wohl auch von vielen Zuschauern, oft falsch interpretiert. Wenn man ihn als reinen Actionfilm sieht, dann wird er zum Ende hin vermutlich enttäuschend. Lässt man sich aber auf die Figuren und Entwicklungen ein, so entdeckt man viele Zwischentöne und Blicke, die auf eine neu gefunden Tiefe der Charaktere und deren Beziehungen zueinander hinsteuern.

So ist das Ende wohl eher ein neuer Anfang eines anderen Lebens nach dem Töten. Das ist eine schöne Metapher und es macht Freude dies mitzuerleben. Somit einfach darauf einlassen und genießen.